DAS BENEFIZKONZERT MIT THOMAS BECKMANN - 18. MÄRZ 2014

Thomas Beckmann spielt in der Neustadter Stiftskirche für die Tagesbegegnungssttte Lichtblick-Neustadt.

 

Autor: Frau Andrea Dölle

 

Neustadt. Der Cellist Thomas Beckmann ist so vielfach geehrt worden für sein Engagement in der Obdachlosenhilfe, dass die Grundlage seines Engagements fast in den Hintergrund gerät: Was er für die Obdachlosen einsetzt, ist nicht nur seine Mitmenschlichkeit, sondern vor allem die Tatsache, dass er wirklich hervorragend Cello spielen kann. Davon legte er am Dienstag auch bei seinem Benefizkonzert für den „Lichtblick“ in der Neustadter Stiftskirche Zeugnis ab.

 

Neben seinen musikalischen Qualitäten hat Beckmann noch ein weiteres großes Talent: seine von der eigenen Begeisterung gespeiste Fähigkeit, anderen die Ohren zu öffnen für große Musik. So war Beckmann an diesem Abend nicht nur ein Musiker und Philanthrop, sondern auch ein Lehrer. Hauptprogrammpunkt waren Ausschnitte aus den sechs Cello-Solosuiten Johann Sebastian Bachs, und am Ende war wohl jeder im Publikum mit dem Cellisten einer Meinung, dass diese Musik an Schönheit und Tiefe nicht zu übertreffen ist – obwohl keine der Suiten ganz zu hören war.Zur Einstimmung spielte Beckmann zunächst ein Largo von Vivaldi und lobte begeistert die Akustik der Stiftskirche. Auch die tiefsten Töne und das feinste Pianissimo seien makellos zu hören. Dann ging es zu Bachs Cello-Suiten: In der ersten, die in G-Dur gehalten ist, gibt es als fünften Satz ein Menuett, das zunächst munter und wie ein bäuerlicher Holzschuhtanz in Dur klingt und dann in g-Moll transponiert weitergeht, wo es sich ins Höfische wende, so Beckmann. Und nun hörten es alle so, auch weil Beckmann auch mal wiederholte, es langsam spielte mit den entsprechenden Erläuterungen.

Dann ging er über zur Bourrée in der dritten Suite, oder besser den beiden Bourréen, weil Bach hier wieder in Dur (C-Dur) beginnt und dann in c-Moll wechselt. Auch hier, so Beckmann, beginne Bach fröhlich und sehr diesseitig, um in Moll fahl, verschwommen wie hinter einer Milchglasscheibe weiter zu fahren, was den Gegensatz zwischen Diesseits und Jenseits betone. Und wirklich, man konnte es hören, wie von weitem.

 

Ganz nebenbei erläuterte der Musiker noch, dass Bach keine Lautstärken vorgeschrieben, sondern diese dem Interpreten überlassen habe und er hier ein Piano für angemessen halte. In der 5. Suite in c-Moll herrsche eine Stimmung von großer Verlassenheit, ausgedrückt etwa im Präludium – er spielte es an –, das nur wenige Töne in steter Wiederholung bringe. Im Menuett sei dann etwas zu Bachs Zeiten unerhört Neues, nämlich Akkorde in dem eigentlich auf Einstimmigkeit angelegten Instrument. Auf diese Akkorde freue er sich immer besonders, und seine Begeisterung („ein Königreich der Harmonien“) steckte an.

 

Er spielte nun die Sarabande aus der 5. Suite, einen sehr feierlicher Schreittanz. Sie sei ein geradezu philosophischer Satz über die letzten Dinge. Noch deutlicher werde dies in der Sarabande der 6. Suite. Für fünf Saiten geschrieben, klinge sie auf vier Saiten heller, wie ein ganzes Streichquartett. Dann folgte zum Abschluss der Anfang, die Präludien der ersten und letzten Suite. „Wie fängt Bach an? Mit Wellenbewegungen, die die Atmosphäre einer Ursuppe schaffen“, so die Erklärung zum Präludium der ersten Suite. Daraus entwickle sich dann im Präludium der 6. Suite ein „Blick in den Himmel“, ins Jenseitige, und wirklich, die Musik zieht einen irgendwohin, wo weder Zeit noch Ort mehr eine Rolle spielen.

 

Der richtige Zeitpunkt, um Pause zu machen und wieder irdisch zu werden. Ein kleines Zwischenspiel gaben der katholische Kirchenchor Diedesfeld und der ökumenische Singkreis „Cantica Nova“, gemeinsam geleitet von Andrea Zimmermann, mit Hans Leo Hasslers „Cantate Domino“, etwa 400 Jahre alt, und dem Gospel „This little light of mine“, sehr viel jünger. Dann kam Thomas Beckmann nochmals mit einigen kleinen Stücken von Charlie Chaplin. Der spielte nicht nur selbst Cello, sondern komponierte auch die Musik für seine Filme selbst, und nicht alles so lustig, wie man vermuten könnte. Drei Stücke waren es, „Oh! that cello“ und „Beautiful, wonderful eyes“ – beide klingen wie Chansons auf dem Cello, und, aus „A king in New York“ ein richtiger Wiener Walzer mit einem frechen Schnörkel am Ende.

 

Beifall gab es ohne Ende, Bravo-Rufe, alles, womit Zuschauer Begeisterung ausdrücken, für den Musiker, den Bach-Lehrer, und den völlig uneitlen Mitmenschen mit einem großen Herzen für Benachteiligte.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Andrea Dölle vom 20. März 2014

Redaktion: Die Rheinpfalz-Mittelhaardter Rundschau-Nr.67 

 

 

 

 

In der Stiftskirche am Marktplatz in Neustadt an der Weinstraße

„Beckmann spielt Cello“

Termin: Dienstag, 18. März 2014 - 20 Uhr Einlass ab 19.30 Uhr

Eine Benefizveranstaltung des Vereins „Gemeinsam gegen Kälte“

zu Gunsten der Tagesbegegnung Lichtblick 

Schirmherrschaft: OB Hans –Georg Löffler

Kartenvorverkauf: Buchhandlung Quodlibet, Kellereistraße 10 in Neustadt

Mehr Informationen auf der Homepage von http://www.gemeinsam-gegen-kaelte.de

Thomas Beckmann, über die Grenzen Deutschlands bekannter Cello- Spieler, ist nicht nur ein begnadeter Künstler, sondern auch berühmt für sein soziales Engagement zu Gunsten wohnungsloser Menschen. Zusammen mit dem Verein „Gemeinsam gegen Kälte“ organisiert er 2014 seine 12. Tournee, die ihn am Dienstag, 18. März, 20 Uhr in die Neustadter Stiftskirche führt. 

„Ich möchte die Herzen der Menschen mit dem Cello für die Not der Ärmsten erweichen. Die Musik ist eine unbezwingbare macht des Guten“, sagt der Musiker. Der Künstler verzichtet auf seine Gage.

Beckmann beginnt sein Benefizkonzert mit einer der schönsten Barocksonaten für Violoncello, der Sonate in e-Moll von Antonio Vivaldi. Es folgen Werke Bachs und von Charlie Chaplin. Kaum jemand weiß, dass Chaplin nicht nur die Musik zu seinen Filmen komponierte, sondern dass er auch ein talentierter Cellospieler war. Noch nicht ganz sicher ist, welcher regionale Chor eine Einlage geben wird. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Hans Georg Löffler. Den Ausschank in der Pause übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter des Lichtblicks. Der Erlös des Konzertes kommt dem Arbeitsprojekt „SoliPakt“ zu Gute. 

Kartenvorverkauf: http://www.gemeinsam-gegen-kaelte.de

Buchhandlung Quodlibet, Kellereistraße 10 in Neustadt,

bekannte Vorverkaufsstellen in Neustadt

Tel. Reservierung über „Lichtblick“: 06321-355340

Portrait: Thomas Beckmann

"Thomas Beckmanns Gesang auf dem Cello ist von unvergleichlicher Schönheit. Sein warmer Ton ist zutiefst berührend. Er bewegt sich auf dem Instrument mit faszinierender Geschmeidigkeit und hat eine neue - sehr eigene - Art gefunden, das Cello zu spielen. Er bahnt unserem Instrument einen Weg in die Zukunft." 
(Pierre Fournier, französischer Cellist)
 

Thomas Beckmann (Jahrgang 1957) stammt aus einer musikliebenden Düsseldorfer Familie. Beckmann studierte  beim Solocellisten der Düsseldorfer Sinfoniker, Jürgen Wolf. Schon während des Musikstudiums fiel Beckmann durch außergewöhnliche Begabung auf und wurde noch als Student zum Solocellisten in verschiedene Berufsorchester verpflichtet.  
1980: Thomas Beckmann wird Meisterschüler von Pierre Fournier, der zu den bedeutendsten Cellisten des 20. Jahrhunderts zählt. Fournier vermacht seinem Lieblingsschüler seine umfangreiche Notenbibliothek. Diese hat nicht nur besonderen bibliographischen Wert, sondern enthält auch handschriftliche Anmerkungen des Altmeisters. Die Sammlung steht heute in Beckmanns Zuhause: In der ehemaligen Wohnung von Clara und Robert Schumann in der Düsseldorfer Altstadt. 

1986: Pierre Fournier stirbt. Beckmann absolviert sein Examen mit "Sehr Gut" und tritt in größerem Maße öffentlich auf. Er unternimmt eine Tournee unter dem Namen "Oh! That Cello", auf der er klassische Sonaten und kleine klassische Werke mit Stücken Charlie Chaplins kombiniert. Auf der gleichnamigen Schallplatte werden erstmalig Miniaturen Chaplins für Violoncello veröffentlicht. Beckmann spielt drei CDs ein, die alle die Cello-Hitparaden stürmen: "Oh! That Cello", "Short Pieces for the Cello " und  "Thomas Beckmann-Charlie Chaplin" avancieren in kürzester Zeit in 27 Ländern zu den erfolgreichsten Celloplatten. "Oh! That Cello" wird mit dem "Preis der Deutschen Schallplattenkritik" ausgezeichnet. 
 
Seit 1986 geht Beckmann auf ausgedehnte Tourneen und tritt in zahlreichen Konzerten und Fernsehsendungen auf. Höhepunkt ist das Jahr 1989, in dem er 207 (!) Konzerte gibt.  
1993: Neben seiner europaweiten Konzerttätigkeit gründet Beckmann eine der ersten privaten Hilfsaktionen zugunsten obdachloser Menschen. Die Aktion besteht bis heute in dem Verein “GEMEINSAM GEGEN KÄLTE“.

 

1995: Zusammen mit seiner als Pianistin weltbekannten Frau Kayoko Matsushita tritt er im Pariser "Theatre Mac Mahon" am Champs Elysee auf. Das Konzert ist  so erfolgreich, dass es zwei Wochen lang mit je zwei Vorstellungen pro Tag wiederholt wird.Nach der Rückfahrt von Paris erleiden  die Künstler einen schweren Autounfall. Nicht nur das Auto, sondern auch das wertvolle Guadagnini-Cello gehen zu Bruch. Beckmann bezeichnet das Ereignis als Schlüsselerlebnis dafür, das “GEMEINSAM-GEGEN-KÄLTE“-Obdachlosenhilfeprojekt bundesweit auszudehnen.  
Ein zweiter Wink des Schicksals: Bei der erfolgreichen Reparatur seines Instrumentes findet er im von außen nicht einsehbaren Oberklotz die Inschrift „Il Mendicante“ (Der Bettler) wieder. Das Instrument des Geigenbauers Giambattista Guadagnini (1711-1786) gehörte im letzten Jahrhundert einem Pariser Bettler. Obwohl diesem hohe Summen für das Cello geboten wurden, hatte der Straßenmusikant es wegen seines enormen Volumens und seines beseelten Klangs selbst um den Preis der Armut nicht hergeben wollen.   
1996: Gründung des Vereins “GEMEINSAM GEGEN KÄLTE e.V.“
 

Von 1996 bis 1999: "Il Mendicante" erklingt in den größten Kirchen und Konzertsälen Deutschlands. Beckmann gibt mit seinem legendären Cello mehr als 100 Konzerte; natürlich auch Benefizkonzerte, in denen der Künstler zugunsten obdachloser Menschen Solo-Suiten von Johann Sebastian Bach spielt. 

2000: Thomas Beckmann und seine Frau geben für Gemeinsam Gegen Kälte eine Tournee, die durch 32 Städte führt. Sie spielen u.a. Werke von Beethoven, Couperin und Fauré. 

Bis 2013: Thomas Beckmann ist bis heute aktiv für den Verein tätig. Allein 2010 umfasst seine Benefiztournee 53 Städte.   
Vielen Menschen ist das Cello als Soloinstrument noch immer kaum geläufig. Dabei hat sein faszinierender warmer Klang ein großes Publikum verdient: Das Violoncello ist mit seinem fünf Oktaven umspannenden Klangregister eines der vielfältigsten und farbigsten Instrumente. Thomas Beckmann ist es mit seinen ausverkauften Konzerten und erfolgreichen Fernsehauftritten gelungen, Millionen von Zuhörern für das Instrument zu begeistern.
 Info auch unter:

www.thomas-beckmann.com

http://www.gemeinsam-gegen-kaelte.de 

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