BENEFITZ-VERANSTALTUNGEN

zu Gunsten des Lichtblick

Kultur Regional

 

Von Untergang und Rettung

 

20. Benefiz-Gala für die Tagesbegegnungsstätte Lichtblick bringt tolles Kabarett und Musik in den Herrenhof

 

Von Sigrid Ladwig

 

Neustadt-Mussbach. Ein brillantes Programm, eine große Vision: Das bot die Benefiz-Gala „De klääne Pälzer, Kabarett und viel Musik“, die am Mittwochabend zugunsten der seit 20 Jahren bestehenden Neustadter „Tagesbegegnung Lichtblick“ stattfand. 300 Zuschauer erlebten im Mußbacher Herrenhof eine kurzweilige Abfolge künstlerischer Darbietungen.

 

Die Vision: Auch wenn Ab- und Ausgrenzung von Menschen so alt wie der Mensch selbst sind, bleibt das Ziel, Grenzen zu überwinden. So formulierte es die Neustadter Schauspielerin Hedda Brockmeyer, die als Moderatorin durch den Abend führte. Seit 20 Jahren arbeiten und wirken viele sozial engagierte Helfer beim „Lichtblick“ mit – für Gastfreundschaft und Heimat, realisiert durch die Einrichtung für wohnungslose Menschen und Menschen in akuter Not. An diesem Abend, so Hedda Brockmeyer, gebe es wahrhaftig viel Grund zu feiern.Den Anfang des kulturellen Bühnenreigens macht Mundart-Poet Michael Bauer zusammen mit dem Blues-Gitarristen Wolfgang Schuster. Der Autor der bekannten Figur „De klääne Pälzer“ kommt von der versüßenden „Seeleschokolad“ über die wohlige „Zuckerillusion“ bis zum Ausbruch aus beengtem Idyll. Mal darf der Zuhörer schwelgen, mal lassen ihn die dunklen Töne des „Weltunnergangsblues“ aufhorchen, etwa bei den Assoziationen einer gedankenverlorenen „Grübel-Time“.

 

Doch sei es nun zarter Minnesang mit französischer Einfärbung oder ein ganz bodenständiger Klang, mit dem sich Bauer als „Hinnerpälzer“ outet: Durchweg prägt eine eigene Rhythmik den lockeren Redefluss, in dem sich die Wörter unerschöpflich aneinanderreihen, zusammenfügen und ineinander fließen. Und da ist seine Stimme. Mit ausdrucksstarker Tiefe nennt sie die Dinge bei ungewöhnlichen Namen. Passend dazu entlockt „Blueswolf“ Wolfgang Schuster seinem Instrument Klangformationen in vibrierenden Rhythmen. Im Wechsel von Sprechgesang und eingestreuten Soli auf der Akustikgitarre ergänzen sich Poet und Musiker lebendig und gelassen zugleich.

 

Als zweites Duo des Abends kommen Michael Angierski und Elmar Thüner auf die Bühne. Seit beinahe 40 Jahren treten die beiden Mannheimer zusammen auf, seit 30 Jahren nennen sie sich „Die Zweifler“. Zweifel sät ihr aktuelles Kabarett-Programm „Versprochen“ kräftig aus, selbst dann, wenn sie sich selbst die rosa Brille aufsetzen. Dabei sinnieren die beiden Skeptiker in die verschiedensten Richtungen, der eine eher verdrießlich-trocken, der andere wuchtig und auch mal derb.

 

Zweiflerische Stärke liegt besonders in der unerschrockenen Konsequenz, mit der Angierski und Thüner Dinge auf den Punkt bringen. So nehmen sie in ihrem Lied auf den „großen Mann vom Bosporus“ kein Blatt vor den Mund. Bissige Satire neben schmissigem Humor: Die Beschleunigung per E-Bike steigert das singende Bühnenduo zum halsbrecherischen „Rentner-Katapult“, was ihm viele Lacher einbringt.

 

Zweifellos bildet den Höhepunkt des Abends der Auftritt von Chansonnette Madeleine Sauveur und Pianist Clemens Maria Kitschen. Sie zeigen Auszüge aus ihrem Programm „Hin und weg – der Mann bleibt da“. Der Zuschauer wird von wechselnden Stimmungen eingefangen, von nuanciertem Witz, Nachdenken und Gefühl, in dem gleichzeitig Aufbegehren und Leidenschaft mitschwingen.

 

Mit lyrischem Ausdruck und Sauveurs glanzvoller Stimme bezaubert das Lied „Als ich weg war“. Auch wenn sie als Partnerin gewohntes Fahrwasser verlässt, bringt sich Kitschen mit virtuosem Tastenspiel in ihre Takte ein. Angesichts des perfekten Zusammenspiels wird es niemand im Saal schlimm gefunden haben, dass Sauveur von ihrem früheren Pianisten verlassen wurde und es mit potentiellen Nachfolgern wie Pling Pling und Richard Kleinermann nichts geworden ist.

Wie sie aber Kitschen in einer suspekten Hafenkneipe fand, das ist allemal hörenswert. Erst recht, wie die verhinderte Operndiva zum Thema „Zecke“ aus einem Biologie-Sachtext eine für Warmblüter wahrlich blutige Arie intoniert. Alles in allem: Dies war ein Abend, der nicht hoffnungsvoller überschrieben werden könnte als mit Michael Bauers letztem vorgetragenen Gedicht von der täglichen „Rettung der Welt“.

Quelle:

Die Rheinpfalz - Mittelhaardter Rundschau - Nr. 257

Freitag, den 4. November 2016

Bilder der Veranstaltung

**************

LB-Winterflohmarkt

Samstag 24. November

10 Uhr - 17 Uhr

HausRat-Laden

**************

TAGESBEGEGNUNGSSTÄTTE

LICHTBLICK

NEUSTADT - WEINSTRASSE

Prot. Dekanat Neustadt u. Förderbeirat Lichtblick

--

POSTALISCHE ANSCHRIFT

67434 Neustadt/Weinstraße

Amalienstraße 3

Tel.  (0 63 21) 35 53 40

Fax. (0 63 21) 48 01 84

eMail:

lichtblick_nw@t-online.de
Homepage:

www.lichtblick-nw.de

Facebook:

 www.facebook.com/lichtblick.nw

Google:

lichtblickneustadt.business.site

--

AKTUELLE - BANKVERBINDUNG

Lichtblick
Sparkasse Rhein-Haardt
IBAN: DE86 5465 1240 0005 2888 57

BIC: MALADE51DKH

--

AKTUELLE - ÖFFNUNGSZEITEN

Montag - Donnerstag

8:00 - 16:00 Uhr

Freitag

 10:00 - 15:00 Uhr

„Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott allein sich darum kümmert.“

Martin-Luther-King

SIND SIE HARTZ4 EMPFÄNGER

DANN LOHNT SICH EIN BLICK AUF DIESE HOMEPAGE

(wichtige Formulare downloaden)

Aktualisiert am 19.10.2018

Veranstaltungsreihe im Herbst:

Armes reiches Neustadt

Infos links ganz unten

Warum fehlen in Deutschland so viele Sozialwohnungen