Kultur Regional

„When Love Was Born“

Beim Weihnachtsbenefizkonzert in der Marienkirche singen vier Neustadter Chöre für den „Lichtblick“

Von Doris Aust

 

Neustadt. Das vom Neustadter Stadtverband für Kultur veranstaltete große Weihnachtsbenefizkonzert begeisterte am Sonntagabend das Publikum in der prall gefüllten Marienkirche so sehr, dass viele sogar in Kauf nahmen, während der ganzen Veranstaltung zu stehen. Das stimmungsvolle Programm, dargeboten von vier Chören aus Mußbach, Duttweiler und Königsbach, zeigte die ganze Vielfalt moderner Chormusik.

Jeder Chor hat seinen unverwechselbaren musikalischen Ausdruck – so wie das Ensemble von „Choriander Mußbach“, das von Viola S. Hoffmann geleitet wird. Mit dem von dem bekannten Arrangeur Carsten Gerlitz frisch und fröhlich entstaubten „Kling Glöckchen, klingelingeling“ gelang diesem Chor ein gewinnender Einstieg in den Konzertabend. Die 37 Sängerinnen und Sänger haben auch Rock- und Popsongs in ihr Repertoire aufgenommen und lösten mit ihrem Vortrag von „The Rose“ und „From A Distance“ in der Weihnachtsversion einen ersten Beifallssturm aus. Ebenso gut kam das gefühlvolle Chor-Arrangement von „Der Weg“ an. In dem deutschen Song thematisiert Herbert Grönemeyer die Trauer über den Tod seiner Frau. Mit dem rhythmusbetonten afroamerikanischen Spiritual „Go Tell It on the Mountain“, das im Text auf die Geburt Jesu Bezug nimmt, kam die fröhliche Weihnachtsstimmung wieder zurück.Zu „O du stille Zeit“ zog der A-Cappella-Chor „Perpetuum Cantabile“ aus Duttweiler ein, der vor wenigen Monaten Ferdinand Dehner als neuen Chorleiter verpflichtet hat. Der 24-Jährige aus Heidelberg hat mit dem gemischten Chor mit 25 Sängern und Sängerinnen viel vor, wie sich die Zuhörer bereits bei diesem Konzert überzeugen konnten. Nach dem Gospel „The Prayer“ schloss sich die effektvolle Version von „Bogoroditse Djevo“ des zeitgenössischen estnischen Komponisten Arvo Pärt an, auf die das klassische Original dieses „Ave Marias“ von Sergej Rachmaninov folgte. Nach dem Spiritual „This Train“, das der bisherige Chorleiter Carsten Klink komponiert hat, kamen die Zuhörer noch in den Genuss eines sehr sanft gesungenen und gesummten „Guten Abend, gut Nacht“.

Wieder aus Mußbach kommt der Gospel-Chor „Christcendo“, der seit gut 20 Jahren von Jochen Bähr geleitet wird und mittlerweile mehr als 40 Sängerinnen und Sänger zählt. Beim Publikum kam das Repertoire aus Gospel, Rock- und Popballaden auf christlicher Basis an diesem Abend gut an. Bei „Come, now ist the time of worship“ war am Ende des Lieds Mitsingen angesagt, weil jeder in das „Lobe den Herrn“ einstimmen konnte. Modern war das Arrangement von „Come, come, Emmanuel“, weil es mit den ungeraden Taktarten von „Take Five“ von Dave Brubeck unterlegt war. Sehr emotional klang auch das „Baba Yetu“, das Vaterunser in Swahili, ein Werk des Komponisten Christopher Tin für ein Computerspiel. Ein besonderen Akzent setzte dabei ein Chormitglied mit den deutsch gesprochenen Textzeilen des Vaterunser.

Als letzte Chorgruppe trat der Gospel-Chor „New Directions“ aus Königsbach auf, der mittlerweile rund 70 Mitglieder zählt und mit seinem Gründer Lukas Klamm einen ambitionierten Chorleiter hat. Seit zwei Jahren schreibt der eigene Gospel-Songs und arrangiert sie für Chöre. Schon beim Einzug erhält der in der Region gut bekannte Chor viel Beifall und animiert das Publikum bei dem Gospel-Worship (Lobpreis) „Emmanuel“ von Norman Hutchins zum Mitklatschen. Ruhiger wird es danach bei dem Weihnachtslied „When Love Was Born“, das von dem deutschen Komponisten und Texter Mark Schulz stammt. Chorleiter Lukas Klamm lässt mit seiner sanften Ballade „So viel mehr“ romantische Stimmung aufkommen, zumal der Chorraum der Kirche bei diesem Lied in ein tiefes Rot getaucht ist. Danach singt Klamm zunächst solo bei seiner Eigenkomposition „Written in the Stars“, in die der Chor einstimmt und mit leuchtenden Punkten einen Sternenhimmel darstellt. Für den effektvollen Auftritt erhält der Chor großen Beifall, der sich beim Abschlusslied zu einem wahren Beifallssturm auswächst, als alle 170 Mitwirkenden gemeinsam das bewegende „Amen“, ein traditionelles Gospel im Arrangement von Jester Hairston, anstimmen. Fazit: ein großartiges Chorkonzert, dessen Spendenerlös auch noch einem guten Zweck zugute kam: der Neustadter Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick“.

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 12

Datum Dienstag, den 15. Januar 2019

 

Seite 17

Stadt

Immer mehr Wohnungslose

266 Menschen haben bei der Tagesbegegnungsstätte Lichtblick ihre Postadresse, 143 davon aus Neustadt

Von Annegret Ries

 

Die Anzahl an Menschen aus Neustadt und Umgebung, die keine Wohnung haben, ist gestiegen. Alljährlich steht das im Jahresbericht der Tagesbegegnungsstätte Lichtblick, auch im Rückblick auf das vergangene Jahr ist es wieder zu lesen. 266 Menschen hatten ihre Postadresse im Lichtblick, ein Jahr zuvor waren es 238. Und auch die Anzahl der Besucher des Lichtblicks steigt kontinuierlich. 473 waren es im vergangenen Jahr, 442 im Jahr 2017.

Insgesamt fehlten mindestens 500 bezahlbare Wohnungen, schätzt Hans Eber-Huber, Leiter der Tagesbegegnungsstätte. 203 der 266 Postadressen im Lichtblick gehören Männern. 143 Personen, die im Lichtblick postalisch gemeldet sind, sind aus Neustadt. Als „erschreckend“ bezeichnet es Eber-Huber, dass 92 derjenigen, die keinen festen Wohnsitz haben, jünger als 30 Jahre sind. Besorgniserregend sei, dass es, „fast nicht möglich ist, aus der Wohnungslosigkeit wieder eine Wohnung zu finden“. 199 der Betroffenen haben schon länger als sechs Monate keine Wohnung mehr. Bei einigen Betroffenen führe das dazu, dass sie resignieren, sich nicht mehr an die Regeln für die Führung einer Postadresse im Lichtblick halten und deshalb abgemeldet werden müssen. Bei 27 Personen sei das der Fall gewesen, so Eber-Huber. Sie kommen zu den 266 Wohnungslosen, die im Lichtblick registriert sind, noch dazu.218 Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr in der Notwohnung, die dem Lichtblick zur Verfügung steht. Sechs Wohnungen hat der Lichtblick angemietet, die an Menschen, die selbst keine Wohnung gefunden haben, untervermietet sind. Weitere Wohnungen sollen nicht angemietet werden, da der Verwaltungsaufwand und das finanzielle Risiko hoch seien. Auch die Verwaltung der Postadressen sei mit viel Aufwand verbunden. 

Zunehmend problematisch ist es nach Angaben von Eber-Huber Arbeitsgelegenheiten in sogenannten Euro-Jobs anzubieten. Als Gründe führt er an, dass die finanzielle Unterstützung geringer wird und die bürokratischen Anforderungen höher werden. Früher bot der Lichtblick 14 dieser Arbeitsgelegenheiten an, derzeit sind es nur noch zehn. Die Bundesagentur für Arbeit habe nach einer Prüfung im Sommer dem Lichtblick nun zusätzliche Auflagen gemacht. Um diese zu erfüllen, sei mehr Personal und mehr Geld erforderlich. Eber-Huber betont, es sei ihm bekannt, dass Euro-Jobs teils kritisch gesehen werden. So gibt es Befürchtungen, dass sie ein Ersatz für regulär bezahlte Stellen sind. Doch seien für manche Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben, diese Arbeitsgelegenheiten ein „wichtiges und sinnvolles Angebot“ und der Lichtblick hoffe, dieses erhalten zu können. 

43 Männer und Frauen, die ebenfalls keinen regulären Arbeitsplatz finden, sind inzwischen beim Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Soli-Pakt, einem 2002 gestarteten Projekt des Lichtblicks, tätig. Umzüge, Transporte, haushaltsnahe Dienstleistungen, Möbellager, Kleiderkammer und die zum Lichtblick gehörenden Läden sind einige der Tätigkeitsfelder von Soli-Pakt.

Auf 233.000 Euro beliefen sich die Sachkosten des Lichtblicks im vergangenen Jahr. 15.000 Euro übernahm die Stadt Neustadt, 5000 Euro der Landkreis Bad Dürkheim. Der überwiegende Teil der Kosten wurde durch Spenden, Einnahmen durch Soli-Pakt und die Läden ausgeglichen.

9600 Mittagessen wurden im vergangenen Jahr im Lichtblick ausgegeben. Beratungen zu verschiedenen Themen, das Führen von Treuhandkonten, die Möglichkeit sich selbst und die Wäsche zu waschen sind weitere Angebote des Lichtblicks. 

Quelle:

Ausgabe

Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 37

Datum

Mittwoch, den 13. Februar 2019

Seite

16

Kultur Regional

Lachen, Staunen, Reflektieren

Pianist Dan Popek, Kabarettistin Anne Vogd und die „Tonsucher“ aus dem Lambrechter Tal gestalten die 22. „Lichtblick“-Benefizgala im Herrenhof

Von Hildegard Janssen-Müller

 

Neustadt-Mussbach. Ausverkauft war die 22. Benefiz-Gala für die Tagesbegegnungsstätte Lichtblick am Mittwochabend im Mußbacher Herrenhof. Die erwartungsvollen Besucher wurden nicht enttäuscht. Das Programm war kurzweilig, hochkarätig, sorgte für Staunen und Bewunderung, für jede Menge Lacher und regte auch zum Nachdenken an.

Seit über 20 Jahren setzt sich der „Lichtblick“ in Neustadt für Menschen in Not ein, hilft Obdachlosigkeit und Armut zu lindern. Darin erinnert Schauspielerin Hedda Brockmeyer, die an dem Abend durch das Programm führt und als erstes den Pianisten Dan Popek ankündigen kann, ein 22-jähriges Ausnahmetalent aus der Nähe von Heilbronn. Vier Tage zuvor ist er im „Konfetti“ aufgetreten, für den „Lichtblick“ beginnt er mit „Route 66“, „eine kleine Improvisation“, wie er es nennt, eine abenteuerliche Reise über die Tasten. Er setzt mit leichten Anschlägen ein, lauscht ihnen hinterher, als wolle er erkunden, was das Klavier so zu bieten hat, fällt in einen beschwingten Rhythmus. Offensichtlich zufrieden mit dem Klang und sich selbst, lacht er strahlend ins Publikum, das Publikum strahlt zurück und lässt sich mitziehen in Popeks Klangwelten. Da imitiert er, im Stehen kurz mal an den Klaviersaiten zupfend, ein Solo für Gitarre, kurz darauf eins für Bass, genießt den Zwischenapplaus. In den Jazz-Klassiker „Caravan“ von Juan Tizol und Duke Ellington integriert er Bachs Fuge c-Moll und ein kleines Präludium und erntet auch dafür Beifallsstürme. Sein Lieblings-Stil ist der Boogie-Woogie, auch da lässt er die Finger über die Tasten tanzen. Das Publikum nickt und wippt mit. Ruhiger ist sein Arrangement des „Nigerian Market-place“ von Oscar Peterson, ursprünglich für Jazz-Trio gedacht. Einen „Lichtblick-Boogie“ mit akrobatischen Einlagen schiebt er hinterher: Sein ganzer Körper ist in Bewegung, und ohne sein atemberaubendes Spiel zu unterbrechen, agiert er auf dem Schemel liegend weiter. 

Ein flottes Tempo legt auch Anne Vogd, kabarettistische Senkrechtstarterin aus Deidesheim, vor. Sie ist für den Haßlocher Bernd Wittmann und seine „5 Pfälzer“ eingesprungen, liest aus ihrem Buch „Ich hab’s auch nicht immer leicht mit mir“ und hält das Publikum mit einem Feuerwerk an Pointen und witzigen Einfällen in Atem. Sie genieße es, nicht perfekt zu sei, sagt sie, nehme sich „die Freiheit, anders zu sein“, fordert ein bisschen mehr Abenteuer („Vernünftigsein ist wie tot, nur vorher“) und widmet sich ausgiebig dem Thema Weingenuss. 

Weit weniger glatt geschliffen sind „Die Tonsucher“, sieben gestandene Männer aus dem Lambrechter Tal, die die richtigen Töne trotz ihres Namens auf Anhieb finden. Zum Vergnügen des Publikums (und sichtlich auch ihrem eigenen) hat die A-capella-Gruppe unter anderem Lieder von den „Wise Guys“ wie „Nur für dich“ und „Anna hat Migräne“ mindestens vierstimmig einstudiert, die sie mit der entsprechenden Mimik und Gestik begleiten. „Spanische Nächte“, in denen sich Männer in Toreros verwandeln, werden mit zischendem „Si, si señor“ untermalt, Lachsalven erntet Männerschreck und Frauenschwarm Andreas Knoll als „Bratislava Lover“. 

Voller Herzenswärme intoniert das Ensemble das schottische „Loch Lomond“. Doch „Die Tonsucher“ haben noch etwas ganz Besonderes mitgebracht: die Uraufführung von „Uff mei Palz“, eine Liebeserklärung an die Heimat. Singer/Songwriter Christian Köbler hat sie geschrieben. Angeregt von dem Buch „Kein Dach über dem Leben“ des Berbers Richard Brox, hat er sich Gedanken darüber gemacht, was „Heimat“ wohl für jemanden bedeutet, der keine feste Bleibe hat. 

 

Gestern Abend,07.11.2018, 20:00 Uhr im Herrenhof. Die 22ste Benefit Veranstaltung des Lichtblick. Mit 370 Besuchern ausverkauft. Es gabe ja auch ein tolles Programm, durch das Hedda Brockmeyer charmant und souverän führte.Und es war für jeden etwas dabei:

Boogy woogy mit dem großartigen Dan Popek. Mit 22 Jahren schon einer der Großen. Bei ihm hatte man das Gefühl, er und der Flügel sind eine Einheit. 

Comedy mit Anne Vogt aus Deidesheim, die bei der Gelegenheit ihr Buch »Ich habe es auch nicht immer leicht mit mir« ein Halleluja auf die Pfälzer, den Wein und natürlich die Winzer. 

Die Überraschung des Abend waren die Tonsucher, die sich nach fast 4 jähriger Abstinenz für dieses Konzert noch einmal zusammen gefunden hatten... Ihr Song » Anna hat Migräne« einfach so zum Lachen, dass die Kamera wackelte. 

Danke an die Künstlerinnen und Künstler, die sich an diesem Abend für die großartige Einrichtung kostenlos einsetzten. Das brachte auch der Leiter Hans Eber Huber in seinem kurzen, bewegten Schlusswort

Die „Rheinpfalz“ vom 25. Mai 2018

Leben auf der Straße

Ein Zuhause für jeden (2): Mehr bezahlbarer Wohnraum – ein Thema, das seit Monaten bundesweit für Gesprächsstoff sorgt. In unserer Serie soll schlaglichtartig die Situation in Neustadt beleuchtet werden. Heute: Menschen in der Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick“. 

Von Annegret Ries
 

„Ich hätte mir nie vorgestellt, dass mir so was passiert“, sagt die 56-jährige Caroline mit leiser Stimme. „So was“ heißt, dass die Frau drei Nächte in der Grünanlage in der Amalienstraße verbracht hat, weil sie keine andere Möglichkeit zum Übernachten hatte. Fast drei Jahre hatte die Neustadterin keine Wohnung. Vor kurzem hat sie ein Zimmer gefunden. „Das wäre ein Traum“, sagt der 39-jährige Neustadter Christian, der seit 2014 ohne Wohnung ist. Auch der 25-jährige Muhamed und der 68-jährige Dieter sind obdachlos.„Jeder normale Mensch hat eine Wohnung“, sagt Muhamed. Er und Christian verschweigen nach Möglichkeit, dass sie obdachlos sind, denn „das ist unangenehm und peinlich“, so Christian. Die beiden wissen, dass sie „Mist gebaut haben“ und auch deshalb auf der Straße gelandet sind, doch ihre jetzige Situation sei „deprimierend“.

Auch im Leben von Caroline ist nicht immer alles glatt gelaufen, „ich habe aber immer eine Wohnung gehabt“. Sie hat mehrere Kinder groß gezogen, „Putzplätze“ gehabt. Aber: „Vor drei Jahren bin ich dann vor dem Nichts gestanden.“ Wegen der Folgen eines Schlaganfalls konnte die damals 53-Jährige nicht mehr putzen gehen, und die Beziehung mit ihrem Freund, in dessen Wohnung sie lebte, ging in die Brüche. Über eine Zeitungsannonce hatte sie zwar eine Wohnung gefunden, doch deren Größe entsprach nicht den Vorgaben des Jobcenters, sodass dieses nicht die Miete übernahm. Was zur Folge hatte, dass die Hartz-IV-Empfängerin auf der Straße stand. „Ich konnte außer ein paar Kleidern nichts behalten, alle meine Sachen, Erinnerungen an meine Eltern und an meine verstorbene Schwester, alles ging den Bach runter, das tut weh“, erzählt Caroline. 

Weh tut auch, dass ihre Kinder nichts mehr von ihr wissen wollten, „seitdem sie mitgekriegt haben, dass ich nichts mehr habe“. Caroline schlief „mal da, mal da“, wohnte einige Zeit bei einer Freundin, manchmal hätten ihr Fremde für einige Tage eine Möglichkeit zum Übernachten geboten oder Leute, die sie im „Lichtblick“ kennenlernte. 2017 ist dann das eingetreten, von dem Caroline nie gedacht hätte, „dass mir so was passiert“: Sie konnte nirgends unterkommen und musste die Nacht in der Grünanlage in der Amalienstraße verbringen. „Es war grauenvoll, ganz schlimm, ich hatte viel Angst“, sagt Caroline. Sie habe nicht richtig geschlafen, „wegen der Angst und weil es kalt war“. Drei Nächte ging das so, bis die 56-Jährige wieder eine Möglichkeit zum Übernachten fand.

„Schlafen kann man nicht, vor allem nicht, wenn es kalt ist“, sagt Christian, der schon die eine oder andere Nacht im Freien verbracht hat. Er hatte eine Wohnung, lebte aber überwiegend bei seiner damaligen Freundin in Frankfurt. Er konnte die Miete für die Neustadter Wohnung nicht mehr zahlen, geriet so weit in Rückstand, dass er durch eine Räumungsklage die Wohnung verlor. Danach lebte er noch einige Zeit bei der Freundin in Frankfurt, bis die Beziehung in die Brüche ging und er wieder nach Neustadt kam. Seitdem übernachtet er bei Bekannten und Freunden, manchmal in der Notwohnung des „Lichtblicks“ und immer mal wieder im Freien.

Wegen einer Verletzung am Rücken könne er nicht mehr in seinem Beruf als Gerüstbauer arbeiten, er lebe von Hartz IV. Er suche ständig nach einer Wohnung, schaue im „Lichtblick“ ins Internet und lese die Wohnungsanzeigen in der Zeitung. „Doch es gibt in Neustadt nichts, das den Vorgaben des Jobcenters entspricht“. Wenn doch einmal eine entsprechende Wohnung angeboten wird, „stehen da schon zehn, fünfzehn Leute, wenn du hinkommst“. „Es ist deprimierend“, sagt Christian. „Ich weiß manchmal nicht mehr, wie es weitergeht“. Er sei nur froh, dass „der Hans da ist“ und ihm immer wieder helfe. Hans, das ist Hans Eber-Huber, der Leiter der Tagesbegegnungsstätte.

Der 68-jährige Dieter hat nicht mehr die Kraft, um nach einer Wohnung zu suchen. Über 40 Jahre habe er in der Westpfalz in der gleichen Mietwohnung gelebt. Als das Haus verkauft und ihm gekündigt wurde, ging er nach Neustadt, weil hier sein Sohn lebt. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich da so untergehe“, sagt Dieter, die Verbitterung ist nicht zu überhören. Es habe Probleme mit der Schwiegertochter gegeben, die mit seinem Vermieter gut bekannt sei. „Im Juni war dann mein ganzes Zeug draußen gestanden“, erzählt Dieter. Warum es so weit kam, will er nicht sagen.

Das war im Sommer 2016. „Ich bin dann zum Ordnungsamt geschickt worden und die haben gesagt, dass ich in die Notwohnung in der Kurt-Schumacher-Straße soll“, berichtet er. Er sei dort aber nicht hin, „denn man weiß ja nicht, da kriegt man noch eins über“. Seither übernachtet der 68-Jährige, „mal hier, mal da“, immer mal wieder im Freien und öfter im Selbstbedienungsfoyer einer Bank. 

Schlafen könne er nur selten, „ich habe Angst, man ist es nicht gewohnt“. Wenn jemand ihn frage, was er in dem Foyer mache, „sage ich, ich warte auf den Zug“. 

Dem 68-Jährigen ist es peinlich, dass er keine Wohnung hat, ebenso wie es ihm peinlich war, „als mir jemand Geld geben wollte“. „Man ist das nicht gewohnt“, sagt er noch einmal unter heftigem Husten. Der 68-Jährige hat eine Lungenkrankheit. Mehrere Monate konnte er nicht zum Arzt und hatte keine Medikamente, denn seine geringe Rente – „ich habe viel nebenbei gearbeitet“ – war gestrichen worden und damit hatte er keine Krankenversicherung mehr. „Wer keine Meldeadresse hat, bekommt keine Rente“, erklärt Eber-Huber. Inzwischen hat der 68-Jährige eine Adresse beim „Lichtblick“, erhält wieder Rente, ist krankenversichert. „In meinem Alter ist das alles nicht so optimal“, meint Dieter und hustet wieder.

Im Vergleich dazu geht es Muhamed noch gut. Er hat seit etwa fünf Monaten keine Wohnung mehr. Der 25-Jährige weiß, dass er einigen Mist gebaut hat und nach wie vor sein Leben nicht richtig auf die Reihe kriegt. Weil der Hartz-IV-Empfänger mehrfach Ärger mit dem Jobcenter hatte, wurde die Miete für seine Wohnung nicht mehr gezahlt, und dem 25-Jährigen wurde gekündigt. Jetzt schläft er abwechselnd bei drei Freunden. „Die schmeißen mich nicht ’raus, wir haben zusammen schon einiges durchgemacht“, sagt Muhamed. Bei einem der Freunde hat er seine Sachen untergestellt. Gelegentlich darf er bei seiner Ex-Freundin übernachten, und zur Not kann er zu seiner Schwester, die in der Nähe von Frankfurt wohnt. „Man fühlt sich nicht als richtiger Mann, wenn man auf andere angewiesen ist. Ich schäme mich“, sagt Muhamed. 

 

Zur Sache: Förderbeirat sieht Kommunen in der Pflicht

238 Menschen hatten 2017 ihre Postadresse beim „Lichtblick“. Wer keine Postadresse hat, bekommt kein Arbeitslosengeld II und keine Rente und ist deshalb nicht krankenversichert. Insgesamt kamen 2017 noch mehr obdachlose Männer und Frauen, nämlich 304, in die Tagesbegegnungsstätte. 85 dieser Obdachlosen stammten aus dem Landkreis Bad Dürkheim.

Die Stadt Neustadt und der Landkreis Bad Dürkheim müssten etwas tun, damit Menschen nicht mehr obdachlos sind, fordert der Förderbeirat des „Lichtblicks“. Dazu gehöre auch die „Wohnungssicherung“. Die Stadt solle beim Sozialamt eine Fachstelle Wohnungssicherung einrichten, an die sich Menschen wenden können, denen eine Räumung droht oder die auf der Straße stehen. Mit Hilfe dieser Fachstelle wäre es zumindest in manchen Fällen möglich, Obdachlosigkeit zu verhindern.

Damit auch die Menschen, bei denen das nicht klappt, nicht auf der Straße leben müssen, solle die Stadt aus Sicht des Förderbeirats Wohnungen für einen längeren Zeitraum anmieten und diese Obdachlosen zur Verfügung stellen. Denn: Das Beispiel der Bereitstellung von Wohnraum für Flüchtlinge habe gezeigt, dass Vermieter bereit sind, zu vermieten, wenn über die Stadt die Miete der Wohnung gesichert ist.

Außerdem fordert der Förderbeirat eine Wohnassistenz – eine befristete psychosoziale Betreuung für Menschen, die obdachlos waren. Aus Erfahrung sei bekannt, dass diese es oft nicht allein schaffen, wieder ein geregeltes Leben zu führen.

Die Zuständigkeit für Wohnungslosigkeit solle vom Ordnungsamt auf das Sozialamt übertragen werden, so eine weitere Forderung. Denn Wohnungslosigkeit sei kein ordnungsrechtliches, sondern ein soziales Problem. ann

Der „Lichtblick“

Der „Lichtblick“ wurde 1996 gegründet. Träger ist das protestantische Dekanat. Gedacht als Angebot für Durchwanderer und Obdachlose, entwickelte er sich schnell zu einer Anlaufstelle für Menschen in sozial schwierigen Verhältnissen. Die Stadt Neustadt bezahlt den Leiter der Einrichtung, ansonsten finanziert sich der „Lichtblick“ überwiegend durch Spenden. Zu seinen weiteren Angeboten gehören beispielsweise ein Arbeits- und Beschäftigungsprojekt, Beratung, Kleiderkammer, Finanzverwaltung, Möbellager und der soziale Fahrradladen. ann

Mit freundlicher Genehmigung von Annegret Ries

 
 

Pressemeldung

Armut auf neuem Höchststand: Paritätischer kritisiert verteilungspolitisches Versagen und fordert konsequente Maßnahmen zur Armutsbekämpfung

 

Pressemeldung vom 24.05.2018

von: Gwendolyn Stilling

Als Ausdruck verteilungspolitischen Versagens bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband die aktuellen Armutsquoten des DIW, nach denen die Armut in Deutschland auf 16,8 Prozent und damit einen neuen traurigen Rekordstand gestiegen ist. Der Verband kritisiert, dass das Thema Armutsbekämpfung im Koalitionsvertrag von Union und SPD so gut wie keine Berücksichtigung findet. Notwendig seien konsequente armutspolitische Maßnahmen und eine offensive Sozial- und Integrationspolitik für alle.

„Es ist ein Armutszeugnis sondergleichen, dass die Armut trotz boomender Wirtschaft in diesem reichen Land Jahr für Jahr steigt. Diese Gesellschaft befindet sich vor einer sozialen Zerreißprobe. Immer mehr Menschen geraten in existenzielle Not, sind im Alltag ausgegrenzt und abgehängt“, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Wir brauchen endlich konsequente armutspolitische Maßnahmen und können uns nicht länger mit großkoalitionären Halbheiten zufriedengeben.“

Der Koalitionsvertrag der Großen Koalition enthalte keine überzeugenden Antworten auf die zunehmende Spaltung dieser Gesellschaft, kritisiert der Paritätische. „Die Lösung der wirklich großen sozialen Probleme, vor denen wir stehen, ist die Große Koalition noch schuldig geblieben. Altersarmut, Wohnungsnot oder Kinderarmut werden zwar behandelt, aber nicht konsequent genug angegangen. Mit dem Verzicht auf einen steuerpolitischen Kurswechsel hat sich die Koalition schlicht selber armutspolitisch lahmgelegt“, so Schneider. „Wenn nicht auch diese Legislaturperiode armutspolitisch vergeudet werden soll, muss jetzt umgesteuert werden.“

Notwendig sei eine offensive Sozial- und Integrationspolitik, die alle mitnehme und keinen zurücklasse. „Wir brauchen eine intensive Integrationspolitik. Voraussetzung dafür sind bezahlbare Wohnungen, bessere Mindestlöhne, mehr Qualifikation und bedarfsgerechte Grundsicherungsleistungen für alle, genauso wie mehr Bildungsanstrengungen für alle benachteiligten Kinder und Jugendliche“, so Schneider.

 „Dritter Arbeitsmarkt notwendig“

„Lichtblick“-Leiter Hans Eber-Hubert sieht dringenden Bedarf an Stellen und bezahlbarem Wohnraum

Von Annegret Ries

 

Arbeitsangebote für Menschen, die den Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nicht gewachsen sind und Wohnungen mit günstigen Mieten fordert die Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick“ in ihrem Jahresbericht 2017. Wie daraus hervorgeht, nutzten im vergangenen Jahr 442 Männer und Frauen die Einrichtung. Nicht eingerechnet sind jene Menschen, die im Hausratladen, im Fahrradladen „Zweirad/t“, im Möbellager und in der Kleiderkammer des „Lichtblicks“ waren.

In Neustadt müsse ein „Wohnungs-Notstand“ ausgerufen und „mit unkonventionellen Mitteln kurzfristig für Entlastung“ auf dem Wohnungsmarkt gesorgt werden, fordert Hans Eber-Huber, Leiter der Tagesbegegnungsstätte. 238 Männer und Frauen hatten 2017 beim Lichtblick ihre Postadresse, weil sie keine Wohnung haben. 154 dieser Wohnungslosen sind aus Neustadt, 85 aus dem Landkreis Bad Dürkheim und 65 aus anderen Orten. Doch nicht alle, die keine Wohnung haben, sind beim „Lichtblick“ postalisch gemeldet. Wie Eber-Huber berichtet, waren im vergangenen Jahr 304 Menschen ohne Wohnung in der Tagesbegegnungsstätte, davon 235 Männer. Die Notwohnung in der Talstraße sei durchgehend belegt gewesen. Außerdem hat der „Lichtblick“ sechs Wohnungen angemietet, in denen Menschen für einen längeren Zeitraum wohnen können.Die 442 Gäste des „Lichtblicks“ kamen im vergangenen Jahr an 239 Öffnungstagen etwa 15.000-mal in die Einrichtung. 9600 Mittagessen wurden ausgegeben. Dazu ungezählte Liter Kaffee, andere Getränke und kleine Speisen. Ein Teil der Lebensmittel werde gespendet, erläutert Eber-Huber. Er nannte die Firma Food-Tex, die Metzgerei Neumaier, die Konditoreien Sixt und Michel sowie die Bäckerei Istanbul, die teils schon seit vielen Jahren Lebensmittel spendeten. Lebensmittel bekomme der „Lichtblick“ außerdem von der „Tafel“, doch müsse auch einiges eingekauft werden.

Insgesamt hatte die Tagesbegegnungsstätte im Vorjahr Sachkosten von rund 225.000 Euro, die durch Spenden, Zuwendungen, Aufwandsentschädigungen von Kunden des Arbeitsprojekts Solipakt sowie Einnahmen aus den Läden finanziert wurden. Die Stadt Neustadt bezahlt die Stelle des Einrichtungsleiters und zusätzlich 15.000 Euro im Jahr. Der Landkreis Bad Dürkheim beteiligt sich mit 4000 Euro.

Neben Eber-Huber, der eine volle Stelle hat, sind vier Teilzeitkräfte hauptamtlich im „Lichtblick“ beschäftigt. Aufgrund von Krankheit, Rente und Umstrukturierungen stehen einige personelle Veränderungen an. Insgesamt arbeiten 45 Menschen im „Lichtblick“ sowie in seinen Läden und Projekten: Die meisten sind Besucher der Einrichtung, die als Mini-Jobber-, Ein-Euro-Jobber oder mit einer Ehrenamtspauschale tätig sind. Hinzu kommen ehrenamtliche Helfer, die keine Besucher sind und ohne Bezahlung mitmachen.

Es zeige sich immer deutlicher, dass eine zunehmende Anzahl von Männern und Frauen zwar noch arbeiten könne, aber nicht mehr auf den regulären Arbeitsmarkt vermittelbar sei. Sie seien den dortigen Bedingungen nicht gewachsen, so Eber-Huber. Er fordert deshalb die Einrichtung eines sogenannten dritten Arbeitsmarkts – bestückt mit Stellen, vor allem in sozialen Einrichtungen, die sozialversicherungspflichtig sind und bei denen die Beschäftigten so viel verdienen, dass sie ohne staatliche Unterstützung leben können.

 

Beratung, die Führung von 30 Treuhand-Konten, Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen und beim Ausfüllen von Unterlagen für Behörden, Hilfe bei der Haushaltsführung, Öffentlichkeitsarbeit waren einige der weiteren Aktivitäten der Tagesbegegnungsstätte im vergangenen Jahr. 

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 74

Datum Mittwoch, den 28. März 2018

 

Seite 16

 

Nur wenige, aber sehr engagiert
Freiwilligentag der Metropolregion mit geringer Resonanz – Holz streichen und Kaffee kochen
Von Annegret Ries
 
(...)
Die Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick“ ist regelmäßig beim Freiwilligentag dabei und verbindet ihn immer mit einem Tag der offenen Tür. Nicht nur der „Lichtblick“, auch Zweirad-Laden, Hausrat-Laden, Kleiderkammer und Möbellager hatten am Samstag geöffnet. Im „Lichtblick“ war auf mehreren Tischen ein üppiger Brunch aufgebaut. Für den hatten die drei Freiwilligen gesorgt, die sich bei der Aktion gemeldet hatten. 
Harry und Lou Rausch aus Dudenhofen hatten jede Menge Salate, Käse, Wurst, Obst, Brot, Brötchen und noch einiges mehr mitgebracht. Schon zum zweiten Mal spendeten sie den Brunch für den „Lichtblick“, bauten alles liebevoll auf, standen in der Küche, um dort für Nachschub zu sorgen, räumten wieder auf. „Es tut gut, Menschen zu helfen, die es nötig haben“, sagte Harry Rausch. Vor zwei Jahren seien sie bei der Suche nach einem Projekt, für das sie sich beim Freiwilligentag engagieren können, zufällig auf den „Lichtblick“ gestoßen.
Sarah Hoffmann wohnt seit einigen Monaten in Neustadt und hatte „auf Facebook geguckt“, was es so gibt. Die „Lichtblick“-Aktion habe sich gut angehört und passe zu ihr, erzählt die 23-Jährige, während sie Kaffee kocht. Es mache Spaß, hier zu helfen. Etwa 70 bis 80 Besucher seien während des Tags der offenen Tür da gewesen, freut sich Leiter Hans Eber-Huber. 

 

(...)

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 216

Datum Montag, den 17. September 2018

 

Seite 22

 

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Aktualisiert am 05.03.2019

Warum fehlen in Deutschland so viele Sozialwohnungen