Die LICHTBLICK - ZEITUNG - Nr. 69/2016 Seite 3 von 8 Seiten

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wieder gut, und günstig. Man ist sich uneinig in vielen Fragen und beim Glauben ist alles möglich: Ich glaube … nichts. Ich glaube … alles. Und alles dazwischen auch …

Reinhold erzählt von seinem Glauben. „Mir hat mein Vater alles gegeben. Auch das Vertrauen in mein Leben. Er hat mir beigebracht, wie Systeme funktionieren, in denen Macht das eine ist; und Liebe das andere. Ich habe so viel Hilfe bekommen und selbst habe ich noch mehr geholfen. Und - ich kenne einige Menschen, die mir das Wasser reichen können“.

„Ich glaube nichts“, meint Yvonne. Zugleich weiß sie aber, dass sie mit ihrem Wissen alleine auch nicht weit kommt. Ihre Hoffnung mache ihr das Leben möglich. Trotz schwerer Kindheit, einem gescheiterten Selbsttötungsversuch, SOS Kinderdorf, schlimmen Freunden und der immer wieder aufflammenden Depressionen. Nachts habe sie Angstattacken. Wie sich das äußere, frage ich, und sie kann beim Nachspüren feststellen, dass es sich bereits wieder ein wenig besser anfühle. Ein nächster kleiner Schritt, für heute vielleicht, zurück ins Leben … so leicht ist es wohl leider noch nicht?

Karl kommt. Er hat mehrere Kisten Fruchtsaft abgeholt; gespendet; aber von weit weg; „noch hinter Kaiserslautern, 20 km; da hättest Du mich begleiten können, Yvonne“.

Reinhold fährt fort mit den Erfahrungen, die seinen Glauben stärken. „Die Systeme haben ihre eigenen Gesetze; sie unterscheiden sich untereinander, obwohl die Strukturen einander ähneln. Es ist eine Entscheidung; Du kannst den Luftballon, einen Ball oder einen Bumerang wählen. Das eine kommt zurück, das andere prallt ab oder fliegt davon“. Das eine sei gut, das andere böse. So wie der weiße und der schwarze Wolf - der, den man füttere, der werde groß und gut … oder eben böse. Aber - es sei der Mensch, der macht; der Wolf, wie Tiere überhaupt, könne nur werden, was der Mensch aus ihm mache.

Luftbild von Neustadt

„Dem stimme ich voll und ganz zu“, wendet sich uns die Frau am Nachbartisch zu, die von sich selbst sagt, sie sei Tierschützerin, und gegen alles, was Menschen verbrechen; eine Hexe sei sie, ebenso wie ihre Mutter, sagt sie Reinhold, als ich gerade dessen Geschichte vom bösen Wolf in Zweifel ziehen will. „Ich bin Esoterikerin, Schamanin, und ich glaube nicht an den Tod. Für meine todkranke Mutter, sie lag im Sterben, habe ich ein Trauerritual gemacht. Auf einem öffentlichen Platz in Neustadt. Da hat man mich festgenommen und für verrückt erklärt“. Sie sei in der Psychiatrie gewesen, habe das Schlimmste erleben müssen, was sie sich vorstellen könne: Unfreiheit. Und sie habe keine Chance gehabt. In einer solchen Situation sei man völlig abhängig und alles, was man tue, werde gegen einen ausgelegt. Aber damit werde sie sich nicht zufrieden geben - sie habe mehrere Anwälte kontaktiert, glaubwürdige Zeugen habe sie ebenfalls, und sie werde klagen. Der Mann, der still neben ihr sitzt und ebenso wie die Frau erstmals im Lichtblick ist, wiegt sein Haupt.

Langsam heizt sich die Atmosphäre ein wenig auf. Siggi kann es  nicht mehr hören. Sie hört es jeden Tag. Immer wieder neu. Die Wut, den Ärger, die Ohnmacht. Willkür und Enttäuschung, die Sorgen, wie es wohl weiter gehen werde und - die Aggression, Ausdruck von unterdrückter Wut vielleicht? „Ich glaub´ ich fahr nach Lourdes“. Wirklich, frage ich, schaue sie an und entdecke zuerst ein leises Zucken um ihre Mundwinkel und dann, als ich zu verstehen scheine, nimmt mich ein breites Grinsen in Siggis Gesicht wie in den Arm und spendet Trost. „So geht´s hier jeden Tag zu, Du wirst es nicht glauben“.

Und da betritt der Heilige Waldemar den Raum. So stellt er sich selbst vor, als ich ihn nach seinem Namen frage und sagt zu mir, ich sei doch der Herr Harald, der für die LB Zeitung schreibe, und mir will scheinen: Waldemar passt gut zu ihm … und Heilige wissen, mit wem sie es zu tun haben … 

Einige Personen sind inzwischen wieder gegangen; andere hinzu-gestoßen; die lebendig gewordene Unterhaltung regt an; vielleicht ist es auch nur zu laut. Beim Thema Tod und Leben ruft der junge Mann aus dem anderen Zimmer: „Ich bin eigentlich schon tot“. Er habe zwei Tumore im Gehirn. Das sage jedenfalls ein Arzt. Er lebe schon eine ganze Weile damit. Und seine junge Freundin nimmt ihn liebevoll in den Arm. Die beiden küssen sich als wär´ n sie frisch verliebt.

„Dieter Bohlen kann mir nicht das Wasser reichen“, fährt Reinhold fort. Der lebe in einer anderen Welt, verstehe ich, als Reinhold von einem jungen Türken erzählt, dem er, an dem, auf der Straße liegend und blutend, schon mehreren Passanten achtlos vorbeigegangen seien, zu Hilfe gekommen, den Notarzt gerufen und ihm damit das Leben gerettet habe. Ja, der Dieter Bohlen, der hätte andere Probleme, kenne nicht, was einer wie er erfahren habe.

Die 3 vom Lichtblick

„Ja, und so ein Mensch kann kein Wasser reichen. Der ist vertrocknet. Leere Wüste, kein Leben, nur und einzig leblos Totes macht das Leben solcher Menschen aus. Die können tatsächlich kein Wasser reichen, denn sie haben nichts zu geben“, eröffnet uns der Heilige Waldemar eine ganz andere Sicht.

Im Lichtblick brodelt das Leben aus sprudelnder Quelle. Ein Leben, das mit dem Alltag eines Jeden so viel

 

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