UTE SCHÖN IM GESRÄCH

Frau Ute Schön ist seit Mitte des Jahres 2007 beim Lichtblick tätig, zuständig für das Projekt Solipakt und sie vertritt Hans Eber-Huber, wenn der unterwegs ist.

 

Ute Schön im Gespräch

Lichtblick: „Was sind die wesentlichen Aufgaben von Solipakt?

 

Ute: „Solipakt ist für Menschen, die am ersten Arbeitsmarkt ohne Chancen auf eine Anstellung sind. Es soll eine Perspektive geben. Auch denen, die einen Ein Euro Job nur unter Schwierigkeiten erhalten oder durchhalten würden. Also eine Initiative für Menschen, die trotz ungünstiger sozialer Verhältnisse, trotz schlechter Gesundheit oder persönlicher Belastungsfaktoren wie etwa eine Lese- oder Rechtschreibschwäche arbeiten wollen und eine Chance suchen. Dabei geht es vielen so schlecht, dass sie nicht mehr an die Zukunft glauben. Sie sind überschuldet, krank, physisch wie psychisch,  und ohne Hoffnung. Hier will der Lichtblick helfen.

 

Solipakt beginnt bei Null. Ohne Voraussetzungen, ohne Erwartungen. Gemeinsam schaffen wir wieder eine Tagesstruktur. Jeden morgen um 8.15 Uhr haben wir die Einsatzbesprechung. Pünktlichkeit ist Pflicht. Und wir sind konsequent. Wer diese Hürde nicht schafft, muss wieder gehen. Und viele kommen schon vorher und trinken Kaffee. Als ich hier anfing hatte Solipakt sieben Angestellte. Inzwischen sind wir zwölf. Jeder ist für 30 Stunden angestellt. Sechs Stunden täglich, fünf Tage die Woche. Wie Ein-Euro Jobber. Das heißt 30 Euro die Woche. Die dürfen sie zu Hartz IV dazu verdienen. Das ist nicht viel für die anliegende Arbeit. Es sind Umzüge oder Entrümpelungen oder ähnliche, körperlich anstrengende Arbeiten, die den ganzen Mann fordern. Aber Solipakt will wieder fit machen für den ersten Arbeitsmarkt. Die Voraussetzungen sind hier eher gegeben als anderswo.

 

Wer einmal erkrankt oder nicht in der Lage ist zu kommen, muss nicht gleich Konsequenzen befürchten. Aber – er muss sich abmelden. Das hilft denen, die sich erst wieder an eine geregelte Arbeit gewöhnen wollen. Zudem wird den Mitarbeitern bei Solipakt von Hans Eber-Huber bei ihren Nöten mit Ämtern und Behörden oder in finanziellen Angelegenheiten geholfen. Auch das erleichtert die Rückkehr in geordnete Verhältnisse. Lichtblick und Solipakt bilden einen geschützten Raum, der gerade die ersten Schritte erleichtern soll.“

 

Lichtblick: „Was sind besondere Erlebnisse“?

 

Ute: „Am schönsten ist ein positives Feed Back seitens der Auftraggeber. Wenn bei einem Umzug alles klappte und auch noch ein Dankeschön ankommt. Aber – auch bei Solipakt gibt es neben den Höhen auch Tiefen. Wenn Auftraggeber nicht die zugesagten und notwendigen Vorarbeiten erledigt haben. Unsere Leute demzufolge wieder unverrichteter Dinge zurückkommen. Oder Auftraggeber falsche Erwartungen oder eine Anspruchshaltung an den Tag legen, die nicht angemessen sind. Ein Umzug ist immer Stress. Auch und vor allem für die, die umziehen wollen oder müssen. Leider passiert es dann auch, dass das unseren Leuten alleine angelastet wird. Das ist an der Wirklichkeit vorbei. Und es ist unschön – ganz besonders für unsere Leute. Oder, was auch immer mal vorkommen kann, wenn es im Arbeitsteam Probleme gibt. Dann sind besonders die gefordert, die Verantwortung übernehmen, einen kühlen Kopf bewahren und für Ordnung sorgen. Da sind Führungskräfte gefragt. Die wir auch haben. Es ist auch bei Solipakt nicht anders als anderswo.

 

Lichtblick: „Und wie geht es dir selbst dabei“?

Ute: „Manchmal ist es keine einfache Aufgabe. Aber die Arbeit macht mir Freude. Und ich sehe die positiven Möglichkeiten, die wir unseren Mitarbeitern bieten können. Manchmal allerdings empfinde ich auch den großen Zwiespalt, der sich auftut, wenn ich bedenke, unter welchen finanziellen Nöten die meisten der Mitarbeiter leiden. Wenn ein Vater für seinen Sohn eine Brille kaufen soll und nicht weiß, woher er das Geld nehmen soll. Es reicht in den meisten Fällen nicht einmal fürs Notwendige. Das ist schlimm. Aber unter dem Strich sehe ich die Chancen. Das macht Mut. Das gibt Hoffnung. Auch wenn es hart ist, beim Solipakt angekommen zu sein. Aber das ist die Realität, der sich alle stellen müssen.

 

Lichtblick: „Wie bist du zu der Aufgabe beim Solipakt gekommen“?

Ute: „Eigentlich bin ich Krankenschwester. Als ich meinen ersten Sohn bekam, musste ich diese Tätigkeit aufgeben. Es gab damals vor zwanzig Jahren keine Teilzeitstellen. Als Alleinerziehende musste ich mich umsehen und schulte um. In meinem zweiten Beruf als Schreinerin arbeitete ich später im Ökohof, war im Kulturverein Wespennest. Nach meinem zweiten Kind fand ich wieder in meinem alten Beruf eine Anstellung für ein privates Pflegeunternehmen. Bis mich vor vier Jahren meine Bandscheibenvorfälle zwangen aufzuhören. Hans Eber-Huber kenne ich seit den Jahren im Kulturverein. Als er eine 20 Stunden Kraft suchte, die ihn bei den zunehmenden Aufgaben beim Solipakt entlasten sollte, passte das.

 

Das war 2007. Die Aufgaben machen mir Freude. Auch wenn ich manchmal darunter leide, dass heutzutage Menschen, die „aus dem normalen Raster von Pflicht und Arbeit herausfallen“ nur noch in einer Parallelwelt ihre Existenzberechtigung finden. Auch ich selbst kann nur zum Mindestsatz beim Dekanat beschäftigt werden und mit  zwanzig Stunden – mehr darf ich nicht arbeiten –  verdiene ich eigentlich zu wenig. Die Chancen sind begrenzt.  Zu meinem Glück hatte ich vor meiner Berufskrankheit eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen.

 

Andererseits - ich werde jedes Jahr aufs Neue untersucht. Als ob das etwas an meinem Gesundheitszustand ändern könnte. Und würde sich etwas ändern, dann würde die Versicherung nicht mehr zahlen. Ohne dass ich je wieder in meinem alten Beruf arbeiten könnte. Der ist körperlich einfach zu belastend. Es ist ein Dilemma. Nicht schön. Ich erlebe auf meine eigene Weise vergleichbares wie die Menschen beim Solipakt. Irgendwie sitzen wir alle in einem Boot. Da frage ich mich manchmal, ob das denn so in Ordnung ist.

Aber: Ich bin froh, dass ich hier arbeiten kann. Lichtblicke brauchen die Menschen. Ich auch“. 

 

Ute Schön (links) beim morgentlichen Einsatzgespräch
Ute Schön (links) beim morgentlichen Einsatzgespräch

Frau Ute Schön ist Stellvertretende Leiterin der Organisation LICHTBLICKs und Organisationsleiterin der Abteilung SOLIPAKT ... mehr

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Aktualisiert am 12.12.2018

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