20 Jahre Lichtblick (e) – Fast ein Tagebuch von Hans Eber-Huber Teil 6.11

Und was ist 2016?

 

Das Jahr ist noch lange nicht zu Ende. Und die großen Veranstaltungen zum 20 jährigen kommen ja noch, jedoch e bissel gibt’s schon:

 

Am 18.1. ist im Stadtanzeiger nachzulesen:

Am 4. Februar schreibt die Rheinpfalz:

 

Suppe nicht alleine auslöffeln

 

Die Tagesbegegnungsstätte Lichtblick in der Amalienstraße gibt es seit 20 Jahren

 

Vor über 20 Jahren sind in Neustadt in einem kalten Winter zwei obdachlose Menschen in Gartenhäuschen erfroren. Außerdem wurde die Bahnhofsmission geschlossen. Diese Ereignisse haben dazu geführt, dass im November 1996 die Tagesbegegnungsstätte Lichtblick eröffnete.

 

Gefeiert wird der 20. Geburtstag nicht. „Aber wir wollen uns mit Veranstaltungen bei Menschen bedanken, die uns unterstützen“, sagt Hans Eber-Huber, der seit 1999 den Lichtblick leitet.Es waren Männer und Frauen aus dem kirchlichen Umfeld, die sich damals für Obdachlose und Durchwanderer engagierten. Dazu gehörten Hermann Görl, Pfarrer der St.-Josephs-Kirchengemeinde, Herwig Rettig, Pfarrer in der Martin-Luther-Kirchengemeinde, und Ernst Ohmer, Sprecher des 1999 gegründeten Förderbeirats. 1995 startete eine Suppenküche, täglich wurde eine dicke Suppe im Altenheim St. Ulrich gekocht, der Club Behinderter und ihrer Freunde übernahm ehrenamtlich Fahrdienste. Doch mussten die Initiatoren die Suppe meistens allein auslöffeln.

 

„Wir haben dann einen Raum gesucht“, berichtet Ernst Ohmer. Er und zwei Freunde entschlossen sich, ein Haus in der Amalienstraße zu kaufen. Die ehemaligen Stallungen des Gebäudes wurden in Eigenleistung zur Tagesbegegnungsstätte umgebaut. Träger der Einrichtung war der Caritas.

 

Caritas, Diakonisches Werk, das Land, die Stadt und später auch der Landkreis Bad Dürkheim beteiligten sich an der Finanzierung, doch ein großer Teil der Ausgaben wurde durch Spenden finanziert. „Das Sozialamt der Stadt hatte sich lange gegen die Einrichtung des Lichtblicks gesträubt, und die Stadt wollte sich auch nicht an den Kosten beteiligen, da man so eine Einrichtung als nicht notwendig ansah“, erinnert sich Ohmer.

 

Schwester Pat Casey war es, die den Lichtblick in der Anfangszeit prägte. Die Nonne des Ordens der Franziskanerinnen St. Paul im amerikanischen Minnesota war durch ein Austauschprogramm ihres Ordens nach Europa gekommen und gehörte dem Herz-Jesu-Kloster an. Mit großem Engagement stürzte sie sich in den Aufbau des Lichtblicks, hatte vor allem für „Berber“, wie sich Durchwanderer nennen, aber auch für „Stadtratten“, die Obdachlosen, ein großes Herz.

 

Mit der Zeit gab es jedoch Probleme. Die Caritas zog sich aus der Trägerschaft zurück, Beschwerden von Nachbarn häuften sich, Schwester Pat beendete ihre Arbeit. Der damaligen Dekanin Heide Müller war der Lichtblick eine Herzensangelegenheit, und so übernahm das protestantische Dekanat ab Januar 1999 die Trägerschaft.

 

Es war klar, dass die Arbeit professionalisiert werden sollte. Hans Manger leitete das Haus kommissarisch. Mit Hilfe von Fördermaßnahmen des Arbeitsamtes wurden ab März 1999 zwei Stellen eingerichtet. Sigrid Wehr, die inzwischen in Rente ist, und der Sozialarbeiter Hans Eber-Huber wurde als Leiter eingestellt.

 

„Nach drei Wochen wollte ich wieder aufhören“, erinnert sich Eber-Huber. Er machte weiter, führte feste Angebote, wie Spielekreis oder Fußballclub ein, die den Tag strukturierten, es wurden Regeln und Sanktionen erlassen. So durfte in den Räumen nicht geraucht und kein Alkohol getrunken und nicht auf dem Gelände übernachtet werden. „Am Anfang war es schwierig, das durchzusetzen“, erinnert sich Eber-Huber.

 

Die Stelle von Eber-Huber wurde aus dem damaligen Fördertopf für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) weitgehend vom Arbeitsamt finanziert. Die Finanzierung war auf zwei Jahre befristet und wurde nur dann um ein weiteres Jahr verlängert, wenn anschließend eine feste Stelle eingerichtet wurde. Das Dekanat hatte kein Geld, um diese Stelle zu finanzieren. Deshalb sah es im Jahr 2000 für den Lichtblick düster aus. Die Stadt wurde um Unterstützung gebeten. Nach heftigen Diskussionen in der Kommunalpolitik und nachdem der damalige Oberbürgermeister Jürgen Weiler (SPD) eingriff, erklärte sich die Stadt schließlich bereit, die Stelle des Leiters des Lichtblicks im Stellenplan aufzunehmen. Das protestantische Dekanat blieb Träger.

 

Als 2002 die Zukunft des Lichtblicks gesichert war, konnte Hans Eber-Huber längerfristige Projekte angehen. Das waren Wohnungen für Menschen, die bisher auf der Straße gelebt hatten. Bald stellte sich heraus, dass diese Menschen für einen Übergangszeitraum eine Betreuung brauchten. Das größte Projekt ist das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Solipakt. Insgesamt beschäftigt der Lichtblick inzwischen etwa 30 Personen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Bezahlt werden sie als Ein-Euro-Jobber, Midi- oder Mini-Jobber, oder sie bekommen eine Ehrenamtspauschale.

 

Geändert hat sich im Lauf der Jahre die Besucherstruktur des Lichtblicks. Durchwanderer seien nur noch selten dabei, so Eber-Huber. Die meisten Besucher seien Menschen aus Neustadt und Umgebung, entweder obdachlos oder in sehr einfachen Verhältnissen lebend. Auch Menschen aus Südosteuropa, die hier arbeiten oder auf Arbeitssuche sind, kämen zum Essen oder Duschen. (ann)

 

Und dann gab es noch einen hohen Besuch eines Politikers aus dem hohen Norden:

Und unser Harald schrieb dazu in der LB- Zeitung:

 

Politik im Lichtblick

Zwei Politiker wollen mehr wissen und kommen in den Lichtblick, um sich ein Bild zu machen. Ob sie sich bewusst sind, dass dieses Bild Ergebnis ihrer eigenen wie der Politik anderer Parteien ist? Hier im Lichtblick erzählt das Bild Geschichte: Zehn Jahre Hartz IV Sozialgesetzreformen und ihre Folgen. Und

Das Lokal ist brechend voll. Alle sind gekommen; die Zeit haben, die Interesse haben, und vor allem die, die ihrem Herzen auch mal Luft machen wollen. Ob Giorgina Kazungu-Haß und Ralf Stegner das erwartet haben? Wohl schon. Auch wenn die Landtagskandidatin aus Neustadt erst seit einem Jahr politische Ämter anstrebt …  Ralf Stegner,  gebürtiger Pfälzer und jetzt in Schleswig Holstein, ist seit 25 Jahren Politprofi und hat es bis zu einem der stv.  Vorsitzenden seiner Partei gebracht.

Während die einführenden Erläuterungen von Hans Eber-Huber zu den Aufgaben und Tätigkeiten des Lichtblick die beiden Politiker eher nicht zu überraschen scheinen, sondern, ganz im Gegenteil, Frau Kazungu – Haß ermuntern, das „Feuer frei“ zu geben, brechen sich die aufgestauten Emotionen Bahn.  Die dicke Luft in der Enge des überfüllten Raumes führt zu lebhaften Meinungsäußerungen der Anwesenden  im Lichtblick. Und Keiner nimmt mehr ein Blatt vor den Mund.

Alle äußern sich: Betroffene, Freiwillige, Vertreter sozialer  Einrichtungen  in Neustadt, die zugleich Mitglieder im Förderbeirat des Lichtblick oder dessen Träger sind; junge, alte; Frauen, Männer; Deutsche und Ausländer; Betroffene und Helfer;  alle, die den Lichtblick ausmachen … vereint im gemeinsamen  Interesse füreinander da zu sein,  als Mensch für und mit Menschen, miteinander in Ver-Bindung, trotz oder gerade wegen teils sehr unterschiedlicher Interessen …

„Beim Job-Center gebe ich meine Grundrechte auf, muss den Mund halten, eine eigene Meinung ist nicht gefragt … da fühlst du dich als Mensch zweiter Klasse und bist es auch“.

„Es gibt keine Wohnungen in Neustadt für Bedürftige; und das, obwohl gleichzeitig welche, die auch passen würden, leer stehen“. Hinzu komme, dass jahrelang zu wenige Wohnungen gebaut wurden; es gäbe einfach keine mehr, die den vom Job Center zur Bedingung gemachten Auflagen genügen.

„Jobs sind keine zu kriegen. Jedenfalls keine für eine Bezahlung, mit der ich leben kann.  Flüchtlinge drücken die Löhne weiter.  Wie kann es sein, dass ich Vollzeit arbeite und dennoch nicht davon leben kann?“

„Seit 44 Jahren lebe ich als Türkin in Neustadt, hatte eine Wohnung bei der WBG, habe immer gearbeitet, Geld verdient, die Wohnung in Schuss gehalten; dann werde ich krank, verdiene nichts und werde einfach auf die Straße gesetzt; wie kann das sein?  Da verliert man doch alles Vertrauen, auch und gerade in die Politik, die solches zugelassen, erst möglich gemacht hat“.

„Trotz Wohnungs-Leerständen in Neustadts Kernstadt  müssen immer mehr in Randregionen ausweichen, z.B. ins Tal. Das ist ok; aber zugleich fehlt es an den notwendigen Angeboten im öffentlichen Nahverkehr; wer morgens um 7 am Arbeitsplatz sein muss, hat keine Möglichkeit, dahin zu gelangen“.

„Im Lichtblick gelingt es über das Arbeitsprojekt Solipakt Menschen, die am ersten Arbeitsmarkt gescheitert sind, wieder zu beschäftigen; sie leisten nicht nur wertvolle Arbeit für andere Bedürftige, sondern haben zugleich wieder eine Struktur und einen neuen Sinn im Leben entdeckt; dennoch werden die Mittel für diese Arbeitsplätze radikal zusammengestrichen, so dass es nicht einmal für die Anschaffung der nötigen Arbeitskleidung reicht; und das, obwohl einige von ihnen, die das Job Center bereits aufgegeben hatte,  sogar wieder zurück in den geregelten Arbeitsmarkt finden. Das alles ist mit dem gesunden Menschenverstand nicht wirklich zu verstehen“!

„Da herrscht die reine Willkür und Menschenverachtung bei manchen Ämtern. Während etwa in Landau Bestimmungen so ausgelegt werden, dass mit ein wenig Spielraum die Bedürfnisse und Notlagen von Menschen Berücksichtigung finden, werden in Neustadt die vorgegebenen Regelungen gnadenlos angewandt; da kann jemand wegen einer geringfügigen Überschreitung der geforderten Höchstmiete oder -größe seine Wohnung verlieren; das stürzt den Einzelnen ins Elend, und es kostet die Gemeinschaft angesichts der Folgen letztlich viel mehr … Warum?“

„Was gibt denen das Recht, einen wie mich mit schikanösen Methoden zu  sinnlosen Fortbildungen zu zwingen, die nicht mal den Namen dafür verdienen, geschweige, etwas bringen; und mich dann zu sanktionieren, wenn ich sinnlose Auflagen nicht erfülle, weil sie unerfüllbar sind; wenn ich mich etwa bewerben muss, alleine um den Nachweis zu erbringen, dass ich mich anstrenge; aber was bringen Bewerbungen um Arbeit, die nur die bekommen, die weit unter dem Mindestlohn alles annehmen, was sie kriegen können, weil sie ausländische Leiharbeiter sind, die von teils kriminellen Organisationen, die damit ihre menschenverachtenden Geschäfte machen ausgebeutet werden?“ Das ist doch blinder Aktionismus, ein einziges SoTunAlsOb, für den Nachweis einer Geschäftigkeit, die aber nichts verändert, schon gar nicht die Probleme wirklich löst und erst recht nicht denen in Not ein wenig weiter hilft?“

„Da ist man Deutscher, ist in Not geraten und erhält nicht mal das Mindeste an Hilfe, weil das Geld nicht da sei; und das, obwohl man hier, als man es noch konnte, wie jeder andere Steuern und die Sozialabgaben gezahlt hat … und dann kommen die Flüchtlinge scharenweise und plötzlich geht alles, was bisher nicht möglich gewesen ist; aber scheinbar nur für die werden in Windeseile Wohnungen gebaut … wie kann man das verstehen, was davon halten?“ „… ja – als müsste man den Flüchtlingen jetzt noch im Nachhinein dankbar sein, dass sie dafür sorgen, dass wenigstens jetzt im sozialen Wohnungsbau nachgeholt wird, was jahre- ja jahrzehntelang sehenden Auges versäumt worden ist!!!“

„Mir würde eine Wohnung genügen. Arbeiten würde ich freiwillig, ohne Geld dafür zu erhalten; mich engagieren, helfen, anderen und mir selbst, das ist, was ich will; aber dazu brauche ich ein Zuhause, sonst bin ich den ganzen Tag damit beschäftigt, für die Nacht eine Bleibe zu finden!“

Die beiden Politiker hören zu. Ob es sie berührt? Frau Kazungu-Haß versteht die Anliegen und die Not und die Gefühle, die damit einhergehen. Sie habe als Kind selbst ähnliches erleben müssen. Ihr Vater habe Migrationshintergrund.

Die Argumente  des stv. Parteivorsitzenden sind die eines Politikers: Seine Partei habe nicht die Mehrheit in der Regierung. Es komme darauf an, die Parteien und ihre Programme zu unterscheiden. Es gebe nicht „die“ Politik. Umso mehr komme es darauf an, die Partei mit einem sozialen Programm zu wählen. Das sei die seine.

Auch grundsätzliche Fragen tauchen auf: Wieso habe man keine Lehren aus Flüchtlingsproblemen in den neunziger Jahren z.B. auf dem Balkan gezogen? Welche Vorstellungen habe eine Partei für die Zukunft, wie wolle sie einen sozialen Ausgleich tatsächlich schaffen, wie könne konkrete Politik aussehen? Welche Rolle komme dem Staat, welche seinen Teilen zu, wie kann Sozialpolitik wirklich aussehen? Schließlich sei das System in sich für viele Missstände verantwortlich und es fehle eine Grundsatzdiskussion, mittels der die Weichenstellung für die richtige Politik erst möglich werde.   

Auch darauf geben die Beiden Antworten. Es sind politische. Schwer nachvollziehbar, sie wirken wie vom grünen Tisch. Das gilt vielleicht besonders für einen stv. Parteivorsitzenden, der allerdings auch anders kann, wenn er herausgefordert wird:

Warum man sich denn nicht viel mehr die Erfahrungen der Menschen vor Ort, die erfolgreich helfen, zu Nutze mache für neue politische Initiativen und Gesetzesänderungen, um einzelne Erfolge vor Ort für die ganze Republik zu nutzen, für eine bessere Politik?

Genau deshalb komme er in Einrichtungen wie den Lichtblick. Hier könne er Erfahrungen anderer einsammeln. Und der Lichtblick sei nur eine von vielen, die er besuche, wird Ralf Stegner energisch. Seine Partei habe in ihrer Regierungszeit zusammen mit dem Koalitionspartner das Projekt Soziale Stadt aufgelegt. Das sei das Beste, das er kenne. Darin gehe es um den nachhaltigen Blick aufs Ganze, nicht nur um einzelnes. Dies im erforderlichen Umfang zu fördern, wäre sein und seiner Partei Wunsch. Das gehe mit den derzeitigen Mehrheiten aber so nicht. Und was er empfunden habe, hier im Lichtblick? Dass es so nicht in Ordnung sei. Es brauche mehr Förderung, keine Schikanen; dennoch brauche es auch Kontrollen für die, die andernfalls die Regeln missachten. Er leite in seiner Partei den Arbeitskreis soziale Zukunft und sei am Wahlprogramm beteiligt. „Es geht mir um FreiRaum für die, die selbst ihr Leben in die Hand nehmen, Selbstwirksamkeit erfahren wollen. Dafür gibt es keinen politischen Einheitsbrei. Dafür benötigt es konkrete Sozialpolitik dort, wo in dieser Freiheit Einzelne scheitern“.

Auf die Frage an Giorgina Kazungu-Haß, was sie aus den fast 90 Minuten im Lichtblick mitnehme, was sie als gewählte Politikerin ändern wolle, wird auch sie ganz klar: „Wenn soziale Einrichtungen wie im Lichtblick Arbeitssuchende als Freiwillige beschäftigen müssen, wenn also Menschen weitere Opfer bringen müssen, die schon Opfer geworden sind …  wenn außerdem ein Heer von Freiwilligen Ehrenamtlichen zusätzliche unentbehrliche Hilfe leisten muss …  wenn nur ein einziger ausgebildeter Sozialarbeiter mit einer regulären Stelle für so viele In Not da ist, dann – stimmt etwas nicht! Da muss etwas geändert werden, und das werde ich im Rahmen meiner Möglichkeiten angehen. Sonst wird dieser Missbrauch von Menschen, und so empfinde ich das, fortgesetzt.

Der Zeitgeist der 80-iger, als Yuppies ihr Ding gemacht haben, hat sich als der falsche erwiesen. Wenn sich in einer Gesellschaft eine neue Form von realem, nicht ideologischem, Kapitalismus in einseitiger Privatisierung von öffentlichen Gütern durchgesetzt hat, dann wird bei den meisten Menschen wie du und ich nur noch das Grundgefühl erzeugt: du bist es selbst, der alleine verantwortlich ist, dass es dir so schlecht geht!  Das ist eine Fehlentwicklung. 

Euer Frust hier ist mein Frust, und das gibt mir die Energie, etwas zu verändern. Und das ist eigentlich die Politik meiner Partei. Politik ohne Menschen macht keinen Sinn. Und deshalb komme ich gerne hierher, und darf ein wenig mit-erleben, wo Menschen das leben, was Leben ausmacht, nämlich Mitmenschlichkeit. Von dieser Bewusstheit lebe und handle ich“!

 

Eine Spende erfreut uns Anfang April:

Round Table spendet für neuen Backofen


In der Obdachloseneinrichtung Lichtblick gibt es jeden Tag zwischen 40 und 60 Mittagessen. Wer sich einmal die kleine Küche in der Amalienstraße angeschaut hat, wundert sich, dass es dort jeden Mittag ein abwechslungsreiches Essen gibt.

Der Backofen musste nun erneuert werden und die Küchenverantwortliche Sigrid Hackbarth wünschte sich zwei Backöfen.

Dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen konnte, ist der Organisation „Round Table 39 Weinstraße“ zu verdanken, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder für den Lichtblick engagiert hat und mit ihrer Spende den Kauf ermöglicht hat. Dank auch dem Küchenstudio Mutschler für den günstigen Preis.

 

Am 9. April kommt er ein zweites Mal nach Neustadt- Thomas Beckmann. Der weltberühmte Cellospieler verzaubert wieder das Neustadter Publikum und die „Rheinpfalz“ schreibt dazu:

 

Kultur Regional

Ein Mann, ein Instrument

Der bekannte Cellist Thomas Beckmann spielt zugunsten des „Lichtblicks“ in der Neustadter Stiftskirche

Von Hildegard Janssen-Müller

Neustadt. Sehr gut besucht war am Donnerstagabend die Benefizveranstaltung „Beckmann spielt Cello“ in der Neustadter Stiftskirche. Der weltbekannte Musiker, Initiator und Mitbegründer des Vereins „Gemeinsam gegen Kälte“ Thomas Beckmann spielte zugunsten der Tagesbegegnung „Lichtblick“. Das Konzert war gleichzeitig der Auftakt zu den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Neustadter Obdachloseneinrichtung.

Im Grunde war es ein doppeltes Jubiläum, denn auch der Verein „Gemeinsam gegen Kälte“ kann in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag feiern. Thomas Beckmann geht regelmäßig für ihn auf Benefiztourneen, um Obdachloseneinrichtungen unterstützen zu können (der Erlös des Konzerts in der Stiftskirche kommt dem Lichtblick-Arbeitsprojekt „Soli-Pakt“ zugute), aber auch, um mit seinem Cellospiel für Herzenswärme und Mitgefühl zu werben. Für sein soziales Engagement hat Beckmann 2013 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten. Und warm ums Herz wird den Konzertbesuchern schon bei den ersten Celloklängen, gleichsam der Begrüßung, bei der Beckmann sehr eindringlich die Szene „Der Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns wiedergibt. Das kurze Stimmungsbild umreißt bereits den ganz besonderen Reiz dieses außergewöhnlichen Konzerts: das Cello als Solo-Instrument, von dem nichts ablenkt, gespielt von einem begnadeten Musiker. Die Akustik der Stiftskirche trägt das ihre dazu bei, denn in ihr können die Töne sich entfalten, können den Raum mit Klang und Schwingungen füllen.

Den großen Auftakt macht der Cellist mit der Sonate Nr. V in e-Moll von Antonio Vivaldi, einer der wohl schönsten Barock-Sonaten für Cello, wie Beckmann anmerkt. In kurzen Worten erklärt er wesentliche Merkmale des Werks, so dass auch ungeübtere Konzertbesucher sich ein Bild von der Kompositionstechnik machen können. Voller Wehmut lässt er das erste Largo erklingen. Das Publikum scheint den Atem anzuhalten. Nicht einmal ein Hüsteln ist zu hören, allein das Cello. Lebhaft gestaltet sich der zweite Satz, ein Allegro mit Rondo-Charakter, lässt an einen anmutigen Tanz denken oder einen barocken Garten mit seinen Wasserspielen und Brunnen. Mit langen Bogenstrichen löst ein zweites Largo die heitere Stimmung auf, dunkle Töne setzen sich durch, bevor der vierte Satz mit Klängen, die nachhallen wie Rufe, die Stimmung wieder ins Unbeschwerte verkehrt. Das Publikum ist begeistert.

Auf die „Pièces en concert“ des französischen Komponisten François Couperin verzichtet Beckmann zugunsten des Stifts- und Bezirkskantors Simon Reicherts. Der nimmt an der neuen Edskes-Orgel noch einmal Vivaldi auf, das „Concerto d-Moll“, in der Bearbeitung von Johann Sebastian Bach, und zeigt mit Variationen von Tönen so leicht wie ein Hauch und wahrem „Orgelgebraus“ die Möglichkeiten, die in diesem Instrument stecken, aber auch noch einmal die Schönheit der Akustik.

Für den zweiten Teil des Konzerts hat Beckmann kleinere Stücke gewählt. Mit Peter Tschaikowskys „Valse sentimentale“ lässt er sein Cello von Einsamkeit und einer unendlichen Weite erzählen, lässt genüsslich den letzten tiefen Ton verhallen. Fritz Kreislers „Liebesleid“ und „Schön Rosmarin“ erfreuen mit Wiener Charme, viel Schmelz und gerade dem rechten Quäntchen Schmäh. Schlicht und voller Anmut erfüllt François Couperins „Pastorale“ die Kirche. Als einen weiteren Höhepunkt hat Beckmann die Bourrée von Bach gewählt, ein eindrucksvolles Beispiel für die Kompositionstechnik des Barock. Dass der Hörende den Tanz im mittleren Teil des Stück wie in einer Fantasiewelt, in einem Nebel wahrzunehmen scheint, hat Bach mit einem einfachen Kunstgriff bewirkt: Er hat das Thema in Moll gesetzt. Zurück in die reale Welt, zumindest in die Filmwirklichkeit führt Beckmann zum Abschluss des Konzerts mit einer Komposition aus „Ein König in New York“ von Charlie Chaplin, der selbst Cello gespielt hat: ein wenig sentimental, ein wenig heiter und mit hintergründigem musikalischen Humor.

 

Am 9. Juli ein erstes Konzert zum Jubiläumsjahr des Lichtblicks mit der Frauengruppe Cantuccini:

Im Juni

 

haben wir unseren traditionellen Jahresausflug der Ehrenamtlichen. Wir fahren nach Karlsruhe zu einem tollen Projekt: Sozpädal.

 

Nach aufschlussreicher Information geht es weiter in den Tiergarten:

Am 17. September heißt es zum vierten Mal: Wir schaffen was- Freiwilligentag im Lichtblick. Und zum 3. Mal serviert uns die NWD- Gruppe Neustadt ein spektakuläres Frühstück:

Und Anfang Oktober beschreibt die Rheinpfalz ein neues Angebot:

Haarige Lichtblicke

Schnitte für einen Euro im Salon Schneider für Gäste der Tagesbegegnungsstätte

Einen Lichtblick habe er vor einigen Wochen gehabt, erzählt der Neustadter Friseur Reinhard Schneider. In seinem Salon in der Schwesternstraße bekommen Besucher der Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick“ gegen einen symbolischen Obolus die Haare geschnitten. Auch sechs weitere Mitglieder der Friseur-Vereinigung Creativ-Kreis Neustadt seien bereit, Bedürftigen kostenlos die Haare zu schneiden.

Zwei Aspekte waren der Auslöser für Schneiders Lichtblick. In einer Fachzeitschrift habe er über ähnliche Aktionen in anderen Städten gelesen: „Es geht mir um den sozialen Aspekt, den Leuten geht es finanziell nicht gut, sie können Unterstützung gebrauchen.“ Zudem könne man damit ein anderes Problem lösen: Es sei nicht einfach, Modelle zu finden, also Kunden, die bereit sind, sich von Auszubildenden oder Praktikanten bedienen zu lassen. „Die Modelle werden nicht schlechter bedient als andere Kunden, ganz im Gegenteil, die Auszubildenden und Praktikanten arbeiten ausschließlich unter Aufsicht des Chefs“, betont Schneider.Er machte dem „Lichtblick“ das Angebot, die Besucher der Tagesbegegnungsstätte kostenlos in seinem Salon zu bedienen, wenn diese bereit sind, als Modelle zu fungieren. Ein Angebot, das im „Lichtblick“ mit Freude angenommen wurde, wie Hans Eber-Huber, Leiter der Tagesbegegnungsstätte, berichtet. Zwar hat der „Lichtblick“ schon seit Jahren eine „Hausfrisörin“, die ist aber eigentlich Winzerin und kommt nur einmal im Monat, um ehrenamtlich Haare zu schneiden. Der Bedarf sei um einiges größer, weiß Eber-Huber. Einen Friseurbesuch können sich die Besucher des „Lichtblicks“ nicht leisten. Zudem sei es manchmal auch notwendig, dass jemand kurzfristig eine ordentliche Frisur bekommt. Etwa wenn ein Vorstellungsgespräch oder ein anderer wichtiger Termin ansteht. „Ich will der Hausfrisörin auf keinen Fall Konkurrenz machen“, betont Schneider.

Seit etwa drei Monaten werden „Lichtblick“-Besucher nun im Friseursalon Schneider bedient. Wie Schneider berichtet, sind jede Woche etwa vier bis fünf Kunden aus dem „Lichtblick“ da gewesen. „Es waren alle zufrieden“, sagt der Friseurmeister. „Die kommen mit tollen Frisuren zurück“, erzählt Eber-Huber. Er hat Visitenkarten von Schneider, wenn ein Besucher zum Friseur möchte, unterschreibt Eber-Huber eine der Karten, und der Besucher gibt sie bei seinem Termin im Salon ab. „Die Leute müssen aber unbedingt einen Termin für ihren Friseurbesuch vereinbaren, so dass wir planen können“, betont Schneider. Beim Friseurbesuch wird dann ein Euro fällig: „Das haben wir so vereinbart, das ist rein symbolisch“, sagen Schneider und Eber-Huber.

Schneider hat seinen Kollegen im Creativ-Kreis von der Aktion berichtet, und auch diese seien bereit mitzumachen. Das Angebot gelte nicht nur für Besucher des „Lichtblick“, sondern auch für andere Bedürftige, etwa für Flüchtlinge. Wie Schneider berichtet, haben im Friseursalon Gilfert in Haardt Flüchtlinge schon einige Male kostenlos die Haare geschnitten bekommen. Auch die Friseursalons Nebel in Geinsheim, Dinges in Branchweiler, Henrich in Lachen-Speyerdorf, Roth in Haßloch und Clade in St. Martin seien bereit, sich zu engagieren.

Mit frdl. Genehmigung von Annegret Ries

 

So, jetzt reicht´s aber. Euer Hans

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LB-Flohmarkt

Samstag 12. Mai

Stiftskirche

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Lichtblick

Jahresbericht 2017

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Die Tagesbegegnungsstätte Lichtblick Neustadt an der Weinstraße feierte 2016 ihren 20. Geburtstag!!!

 

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Aktualisiert am 03.05.2018

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